Berlin, Freiburg, Bremen: Textistenzia im Sommer

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Auch in diesem Sommer reise ich wieder einmal quer durch die Republik und verbinde das Nützliche mit dem Angenehmen.

Erstmalig gebe ich in diesem Jahr an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin einen Workshop zu dem Thema „Wissenschaftlicher Stil“. Der AStA der HWR hat mich als Referentin eingeladen. Ich freue mich sehr, Ende Juni in meiner alten Heimat Berlin diesen Workshop geben zu können und besonders freue ich mich auf das Bergmannstraßenfest („Kreuzberg jazzt!“) vom 27. bis 29. Juni 2014!

Von ganz oben im Norden nach ganz unten im Süden fahre ich Anfang August. Immer wieder gern bin ich in Freiburg im Breisgau zu Gast, sei es privat oder als Dozentin der informatica feminale Baden-Württemberg, der Sommerhochschule für Studentinnen und interessierte Frauen des Fachgebiets Informatik und verwandten Fachrichtungen, die in diesem Sommer in Freiburg stattfindet.
Ich bin auf der informatica feminale vertreten mit dem Workshop „Schreiben und Publizieren in der Informatik – effektiv, effizient, motiviert!“.

Im Anschluss geht es wieder in den Norden, nach Bremen zur 6. internationalen Ingenieurinnen-Sommeruni der Universität Bremen. Ich bin dabei mit den beiden Workshops „Effektiv und effizient schreiben in den Ingenieurwissenschaften“ und „Fit für das Peer Review. In sieben Schritten zur wissenschaftlichen Publikation“.

Anmeldungen zu den Veranstaltungen in Freiburg und Bremen sind noch möglich. Jedoch: For Women only!

Wieder schreiben, weiter schreiben …

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… oder überhaupt mal schreiben?

Das Semester geht bald wieder los. Wir „MeQSikanerInnen“ haben für das Sommersemester 2014 ein so schönes Angebot zum wissenschaftlichen Schreiben zusammengestellt, dass ich hier einmal ein wenig damit angeben möchte:
Es gibt semesterbegleitende Workshops, Schreibberatungen, offene Schreibwerkstätten und zu Beginn der vorlesungsfreien Zeit im Sommer auch eine Summer School!
Die Angebote sind für Studierende der Uni und FH Flensburg sowie der FH Kiel kostenlos.
Alle anderen können mich gern buchen oder müssen sich an einer der genannten Universitäten oder Fachhochschulen einschreiben.

Das Verzeichnis kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

Jetzt neu! Workshop „Betreuen und bewerten von Abschlussarbeiten“

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Die Betreuung wissenschaftlicher Arbeiten, seien es Hausarbeiten, Praktikums- oder Projektberichte, Bachelor- oder Masterarbeiten, gehört zu den besonders komplexen und arbeitsintensiven Lehraufgaben: Während Klausuren oder mündliche Prüfungen häufig lediglich ‚gesichertes‘ Wissen abfragen, sind wissenschaftliche Arbeiten ergebnisoffen. Entsprechend ist die Bewertung dieser Arbeiten komplexer; selten folgt sie einem vorgegebenen Punkteschema. Außerdem erstreckt sich die Betreuung wissenschaftlicher Arbeiten über einen längeren Zeitraum, sodass zwischenmenschliche Aspekte stärker wirksam werden und zu Konflikten führen können.
In dem Workshop erwerben Sie hilfreiche Kenntnisse und Strategien, mit denen sie zukünftige Betreuungsprozesse effektiv und effizient begleiten und gestalten können.

Der Workshop gliedert sich in zwei Teile. mehr »

Sommer-Universitäten. For Women Only!

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Gerade bin ich zurück von der informatica feminale in Furtwangen. Furtwangen selbst muss man nicht kennen, aber die Gegend drumherum ist wunderschön: Arbeiten, wo andere Urlaub machen!
Und mein Workshop „Effektiv und effzient schreiben in den Informationswissenschaften“ stieß auf ausgesprochen positive Resonanz. Da arbeite ich doch gleich doppelt so gern.

Ende August geht es dann nach Bremen zur 5. Ingenieurinnen-Sommeruni, in der ich meine Workshops „Fit für das Peer Review“ und „Effektiv und effizient schreiben in den Ingenieurwissenschaften“ jetzt das 3. Mal anbiete. In den meisten Kursen und Workshops sind Anmeldungen noch möglich. Es lohnt sich!

Die Universität Bremen bietet mit der Ingenieurinnen-Sommeruni kompakte Lehre aus den Bereichen Elektrotechnik/ Informationstechnik sowie aus Produktionstechnik/ Maschinenbau & Verfahrenstechnik. Das Lehrangebot richtet sich an Studentinnen aller Hochschularten und an interessierte Fachfrauen.

Studieneinstieg, Verbleib im Studium, Berufsübergang und lebenslanges Lernen auf universitärem Niveau stehen dabei gleichermaßen im Blickfeld. Dozentinnen und Teilnehmerinnen kommen aus dem In- und Ausland.

 

ΣchrεibZεit αuf Zάkynthos

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Tag 31

Im Laufe meines Lebens konnte ich mich an vieles gewöhnen, nur Abschied tut mir immer wieder auf’s Neue weh. Mir werden fehlen: der Hahn mit der Kräh-Neurose, die schnarrende Kühlanlage vom Supermarkt und das zu laute Lachen meiner Zimmerwirtin, das viele Olivenöl am Essen, der blaue Himmel und das helle Licht der griechischen Sonne. Die Sonnenaufgänge und -untergänge, das morgendliche Bad im Meer, meine Yoga-Übungen auf der Dachterasse mit dem Blick auf den Peloponnes und natürlich mein Arbeitsplatz im Schatten auf der Veranda.

Passend zur Abschiedsstimmung habe ich nun auch das wunderbare Buch von Emile Ajar „Du hast das Leben noch vor Dir“ (frz.: La Vie devant soi) fertig gelesen und werde es Marias kleiner Bibliothek spenden, damit es noch viele andere lesen. Hier ein kleiner Auszug:

„Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll, Madame Rosa. Das sind alles Schufte. Sie wollen Sie nicht abtreiben.“
Sie schien sehr ruhig. Sie hat nur darum gebeten, sich zu waschen, weil sie unter sich gepinkelt hatte.
Ich finde, dass sie sehr schön war, wenn ich jetzt an sie zurückdenke. Das kommt darauf an, wie man an jemand denkt.
(…)
„Was bin ich hässlich geworden, Momo.“
Ich habe einen Zorn gekriegt, weil man kein Recht hat, über eine Frau, die alt und krank ist, etwas Böses zu sagen. Ich finde, daß man nicht alles mit demselben Blick beurteilen kann, wie die Nilpferde oder die Schildkröten, die nicht sind wie alle Welt.“

 

 

Verfilmt wurde das Buch erstmalig 1977 von Moshé Mizrahi mit Simone Signoret in der Rolle als Madame Rosa:

ΣchrεibZεit αuf Zάkynthos

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Tag 29

Gestern ist mein letzter Schreib-Gast abgereist. Im Supermarkt von Porto Roma sind ausverkauft: Mythos in Halbliterflaschen, Pfirsiche, Birnen, Bananen, Kartoffel-Chips mit Salz. Die Saison geht zu Ende  …

ZusαmmεnΣchrεibεn αuf Zάkynthos - Impressionen (c) Luca Palma

Time to go – es wird Zeit, nach Hause zu fahren. Meine SchreibZeit auf Zákynthos ist fast vorbei. Ich habe nicht so viel geschafft, wie ich wollte, aber doch einiges:

  • Konzepte für einen Studienvorbereitungskurs für chinesische Ingenieurstudenten,
  • Konzepte für Schreibkurse und Workshops für Studierende der Universität und der FH Flensburg sowie der FH Kiel im Rahmen des Projektes MeQS,
  • ein Kapitel meiner Dissertation.

Außerdem habe ich das Manuskript einer Kundin für den Druck vorbereitet (300 Seiten Korrekturen und Layout) und einen Fachartikel redigiert. Und natürlich meinen Schreib-Gästen bei ihren Projekten geholfen.

Und nebenbei habe ich mich trotz Arbeit gut erholt.

ΣchrεibZεit αuf Zάkynthos

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Tag 16

Die Sonne scheint wieder, nach zwei Tagen und Nächten Sturm und Regenfällen.

Vorletzte Nacht war es besonders heftig. Der Wind rüttelte gewaltig am Haus. Es goss wie aus Eimern. Außerdem erzählte mir ein Freund am Tag vor dem Unwetter, es gebe hier schon mal Erdbeben mit einer Stärke von 6,5. Immerhin sind die Gebäude auf Zákynthos in Folge eines Erdbebens im Jahr 1953 fast vollständig zerstört worden.

Besuch nach dem Regen (c) Judith Theuerkauf

Ich lag also hellwach im Bett und zählte die Abstände zwischen Blitz und Donner. Ich hörte es rauschen, klappern, krachen. Ich hatte Angst. Mit wurde bewusst, dass meine Zeit hier auf Erden begrenzt ist. Ich begann, über die wesentliche Dinge meines Lebens nachzudenken, mir Fragen zu stellen: Würden meine Freunde mich vermissen? Bin ich eine gute Mutter gewesen? Hatte ich mit den Armen geteilt und die Umwelt geschützt?

Hatte ich meine DATEN GESICHERT?

Datensicherung „bezeichnet das Kopieren von Daten in der Absicht, diese im Fall eines Datenverlust zurückkopieren zu können.“ weiß Wikipedia. Man kann auf vielfältige Weise Daten verlieren: Bei einem Erdbeben stürzt ein Balken herab: Laptop kaputt! Und meine Diss auch. Dachziegeln fliegen davon, Wasser dringt in Massen ungehindert in das Haus und schwemmt meine Daten weg.

Natürlich habe ich eine externe Festplatte mit einer halbwegs aktuellen Version. Aber die Festplatte befindet sich in dem gleichen Raum wie der Laptop …
Ich brauche einen sicheren Ort, irgendwo da draußen.
Einen solchen Ort gibt es in der wewewe-Parallelwelt. Er heißt Dropbox. Dort sind meine Daten aus anderen Gründen zwar auch nicht sicher, aber für meine Zwecke reicht es.
Außerdem schicke ich mir ab sofort – versprochen – jeden Abend die neueste Version per Email selbst zu. Wenn dann meinem Laptop etwas zustößt, kann ich immer noch im nächsten Internet-Café die letzte Version abrufen.

Auf manche Fragen gibt es einfache Antworten. An den Antworten auf die anderen Fragen arbeite ich noch.

ΣchrεibZεit αuf Zάkynthos

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Tag 9

Ballfeige (c) Judith Theuerkauf

Der Bus ist heute nicht gefahren, also war gestern wirklich Samstag. Mein Rücken ist noch immer verspannt. Es reicht wohl nicht, wenn ich mir das Yoga-Video zu jeder vollen Stunde einmal ansehe…
Man muss die Übungen selbst machen. Ach so.

Im Feigenbaum finde ich einen super Chi-Ball. Ich pflücke, wasche und schäle ihn und los geht’s. Mal sehen, wie es mir morgen geht.

ΣchrεibZεit αuf Zάkynthos

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Tag 8

Allmählich verliere ich mein Zeitgefühl. Ich glaube, heute ist Samstag. Morgen kann ich es sicher wissen: Wenn morgen der Bus nicht fährt, ist Sonntag und es wird heute Samstag gewesen sein.

Ich warte nicht bis morgen, ich frage die Nachbarn. Die Wochentage heißen auf Griechisch: Δευτερτ, Τριτι, Τεταρτη, Πεμπτη, Παρασκευη, Σαββατο und Κυριακη. Aha, heute ist Σαββατο, sawwato, Samstag.

Am Samstag tut mir der Rücken weh. Wer Schmerzen hat, schreibt nicht gut.
Es gibt anscheinend eine geheime Absprache zwischen meinen Augen-, Nacken- und Rückenmuskeln: Verspannen sich die einen, machen die anderen mit. Sie sagen dann auch den Arm- und Beinmuskeln Bescheid. Dann tun alle gemeinsam weh, und zwar solange, bis ich es merke.

Ich merke es. Ich suche. Ich finde, und zwar bei youtube:
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Das sieht einfach aus, wird schön vorgemacht und auch erklärt. Unter dem Video steht:

Ein komplettes Übungsprogramm um Nackenverspannungen zu lösen finden Sie auf der DVD «Spirals & Waves 5» von Lucia Nirmala Schmidt — diese DVD kann unter http://www.body-mind-spirit.ch bestellt werden.

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Mal sehen, wie es meinem Rücken morgen – Κυριακη – geht!

ΣchrεibZεit αuf Zάkynthos

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Tag 5

„Kommst Du eigentlich mit Deiner Dissertation voran?“, fragt meine Freundin mich heute in einer Email. Freunde können manchmal wirklich unangenehme Fragen stellen.

Nein, knurre ich leise, ich komme nicht voran.

Ich habe erstmal eine Bestandsaufnahme gemacht. Die empfehle ich allen Schreibenden in meinem Buch Schreiben im Ingenieurstudium. Bestandsaufnahme heißt, das bereits gesammelte Material dahingehend zu sichten, was man schon hat und was noch fehlt. Ich lese in Kapitel 6, was ich dazu geschrieben habe:

Wahrscheinlich stellen Sie nun fest, dass Sie mehr Material haben, als Sie dachten. Klopfen Sie sich auf die Schulter und freuen Sie sich, wie viel Sie schon geschafft haben!

Ich freue mich nicht. Ich sehe vor allem, was ich noch nicht geschafft habe: Es fehlt einiges am Anfang, vieles in der Mitte und alles am Schluss.

Naja. Eine Diss geht eben nicht schnell, sondern Schritt für Schritt. Eben Σιγά-Σιγά, wie man auf Griechisch sagt.

Passend dazu höre ich zur Selbst-Motivation von Ton Steine Scherben „Schritt für Schritt ins Paradies“ Es singt der leider zu früh gestorbenen Rio Reiser.
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