Wissenschaftlich Publizieren: Poster für Konferenzen

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Zu den FAQ in meinen Workshop „Wissenschaftlich publizieren – Fit für das Peer Review“ gehört die folgende:

Ich soll ein Poster erstellen für eine Posterpräsentation. Hast du dazu irgendwelche Hinweise, Literaturtipps?

Habe ich und teile sie gern:

  • Colin Purrington gibt auf Designing Conference Posters nützliche Hinweise zum Thema inklusive Negativ-Beispiel und stellt außerdem templates zur Verfügung.
  • Einen brauchbaren Poster-Dummy habe ich auf der Seite der EWMA (European Wound Management Association) gefunden.
  • An der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt/M. war jemand aus dem Team von Prof. Dr. phil. nat.
    F. Schrenk fleißig und hat einen Leitfaden erarbeitet: In 7 Schritten zur erfolgreichen Posterpräsentation.

Wer wissen möchte, wie man in 7 Schritten zum erfolgreichen Fachartikel gelangt, kann gern meinen Workshop buchen.

ΣchrεibZεit αuf Zάkynthos

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Tag 31

Im Laufe meines Lebens konnte ich mich an vieles gewöhnen, nur Abschied tut mir immer wieder auf’s Neue weh. Mir werden fehlen: der Hahn mit der Kräh-Neurose, die schnarrende Kühlanlage vom Supermarkt und das zu laute Lachen meiner Zimmerwirtin, das viele Olivenöl am Essen, der blaue Himmel und das helle Licht der griechischen Sonne. Die Sonnenaufgänge und -untergänge, das morgendliche Bad im Meer, meine Yoga-Übungen auf der Dachterasse mit dem Blick auf den Peloponnes und natürlich mein Arbeitsplatz im Schatten auf der Veranda.

Passend zur Abschiedsstimmung habe ich nun auch das wunderbare Buch von Emile Ajar „Du hast das Leben noch vor Dir“ (frz.: La Vie devant soi) fertig gelesen und werde es Marias kleiner Bibliothek spenden, damit es noch viele andere lesen. Hier ein kleiner Auszug:

„Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll, Madame Rosa. Das sind alles Schufte. Sie wollen Sie nicht abtreiben.“
Sie schien sehr ruhig. Sie hat nur darum gebeten, sich zu waschen, weil sie unter sich gepinkelt hatte.
Ich finde, dass sie sehr schön war, wenn ich jetzt an sie zurückdenke. Das kommt darauf an, wie man an jemand denkt.
(…)
„Was bin ich hässlich geworden, Momo.“
Ich habe einen Zorn gekriegt, weil man kein Recht hat, über eine Frau, die alt und krank ist, etwas Böses zu sagen. Ich finde, daß man nicht alles mit demselben Blick beurteilen kann, wie die Nilpferde oder die Schildkröten, die nicht sind wie alle Welt.“

 

 

Verfilmt wurde das Buch erstmalig 1977 von Moshé Mizrahi mit Simone Signoret in der Rolle als Madame Rosa:

ΣchrεibZεit αuf Zάkynthos

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Tag 16

Die Sonne scheint wieder, nach zwei Tagen und Nächten Sturm und Regenfällen.

Vorletzte Nacht war es besonders heftig. Der Wind rüttelte gewaltig am Haus. Es goss wie aus Eimern. Außerdem erzählte mir ein Freund am Tag vor dem Unwetter, es gebe hier schon mal Erdbeben mit einer Stärke von 6,5. Immerhin sind die Gebäude auf Zákynthos in Folge eines Erdbebens im Jahr 1953 fast vollständig zerstört worden.

Besuch nach dem Regen (c) Judith Theuerkauf

Ich lag also hellwach im Bett und zählte die Abstände zwischen Blitz und Donner. Ich hörte es rauschen, klappern, krachen. Ich hatte Angst. Mit wurde bewusst, dass meine Zeit hier auf Erden begrenzt ist. Ich begann, über die wesentliche Dinge meines Lebens nachzudenken, mir Fragen zu stellen: Würden meine Freunde mich vermissen? Bin ich eine gute Mutter gewesen? Hatte ich mit den Armen geteilt und die Umwelt geschützt?

Hatte ich meine DATEN GESICHERT?

Datensicherung „bezeichnet das Kopieren von Daten in der Absicht, diese im Fall eines Datenverlust zurückkopieren zu können.“ weiß Wikipedia. Man kann auf vielfältige Weise Daten verlieren: Bei einem Erdbeben stürzt ein Balken herab: Laptop kaputt! Und meine Diss auch. Dachziegeln fliegen davon, Wasser dringt in Massen ungehindert in das Haus und schwemmt meine Daten weg.

Natürlich habe ich eine externe Festplatte mit einer halbwegs aktuellen Version. Aber die Festplatte befindet sich in dem gleichen Raum wie der Laptop …
Ich brauche einen sicheren Ort, irgendwo da draußen.
Einen solchen Ort gibt es in der wewewe-Parallelwelt. Er heißt Dropbox. Dort sind meine Daten aus anderen Gründen zwar auch nicht sicher, aber für meine Zwecke reicht es.
Außerdem schicke ich mir ab sofort – versprochen – jeden Abend die neueste Version per Email selbst zu. Wenn dann meinem Laptop etwas zustößt, kann ich immer noch im nächsten Internet-Café die letzte Version abrufen.

Auf manche Fragen gibt es einfache Antworten. An den Antworten auf die anderen Fragen arbeite ich noch.

ΣchrεibZεit αuf Zάkynthos

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Tag 9

Ballfeige (c) Judith Theuerkauf

Der Bus ist heute nicht gefahren, also war gestern wirklich Samstag. Mein Rücken ist noch immer verspannt. Es reicht wohl nicht, wenn ich mir das Yoga-Video zu jeder vollen Stunde einmal ansehe…
Man muss die Übungen selbst machen. Ach so.

Im Feigenbaum finde ich einen super Chi-Ball. Ich pflücke, wasche und schäle ihn und los geht’s. Mal sehen, wie es mir morgen geht.

ΣchrεibZεit αuf Zάkynthos

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Tag 8

Allmählich verliere ich mein Zeitgefühl. Ich glaube, heute ist Samstag. Morgen kann ich es sicher wissen: Wenn morgen der Bus nicht fährt, ist Sonntag und es wird heute Samstag gewesen sein.

Ich warte nicht bis morgen, ich frage die Nachbarn. Die Wochentage heißen auf Griechisch: Δευτερτ, Τριτι, Τεταρτη, Πεμπτη, Παρασκευη, Σαββατο und Κυριακη. Aha, heute ist Σαββατο, sawwato, Samstag.

Am Samstag tut mir der Rücken weh. Wer Schmerzen hat, schreibt nicht gut.
Es gibt anscheinend eine geheime Absprache zwischen meinen Augen-, Nacken- und Rückenmuskeln: Verspannen sich die einen, machen die anderen mit. Sie sagen dann auch den Arm- und Beinmuskeln Bescheid. Dann tun alle gemeinsam weh, und zwar solange, bis ich es merke.

Ich merke es. Ich suche. Ich finde, und zwar bei youtube:
.

Das sieht einfach aus, wird schön vorgemacht und auch erklärt. Unter dem Video steht:

Ein komplettes Übungsprogramm um Nackenverspannungen zu lösen finden Sie auf der DVD «Spirals & Waves 5» von Lucia Nirmala Schmidt — diese DVD kann unter http://www.body-mind-spirit.ch bestellt werden.

.

Mal sehen, wie es meinem Rücken morgen – Κυριακη – geht!

ΣchrεibZεit αuf Zάkynthos

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Tag 4

In der letzten Nacht war der Hahn nicht zu hören. Die Party in der Taverne nebenan war lauter. Ja, so sind sie, die Menschen im Süden: tagsüber in der Sonne dösen, nachts feiern. Auch die Kanzlerin bemühte erst kürzlich wieder das Klischee vom „urlaubsfreudigen Südländer“. Vielleicht sollte sie einmal – gemeinsam mit dem Hahn – einen längeren oder besser: sehr langen Urlaub im Süden verbringen und sich so ein differenziertes Bild von der Situation vor Ort machen?

Ich sehe hier vor allem Menschen, die viel und hart arbeiten. Die beginnen morgens früh um sieben mit der Arbeit und hören abends um zehn auf. Der pflichtbewusste, ewig krähende Hahn ist kein Einzelfall. Der Ort hier lebt vom Tourismus und die einzigen, die faulenzen und feiern, sind die Touristen.

Alle Touristen?

Nein, eine Touristin faulenzt und feiert nicht, sondern arbeitet auch den ganzen Tag. Gestern hatte sie ein Problem: Sie konnte sehr alte Visio-Dateien weder öffnen noch ansehen. Word 2007 streikt einfach.

Die Touristin wollte das nicht akzeptieren und googelte: „alte visio dateien mit word 2007 öffnen?“. Siehe da: Wenige Klicks später findet sie einen so genannten Visio Viewer kostenlos zum Download. Mit diesem kann sie die alten Visio-Dateien im Internet Explorer ansehen.

Schade, dass es nicht für alle Probleme kostenlose Programme zum Runterladen gibt.

 

ΣchrεibZεit αuf Zάkynthos

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Tag 3

Mein Arbeitsplatz auf der Veranda im Schatten ist eingerichtet. W-Lan und Skype funktionieren super. Endlich kann ich mich ganz in Ruhe ohne Großstadtlärm und Ablenkungen meiner Dissertation widmen.

Wenn nur der Dorf-Hahn nicht wäre.

Der ist so ein Hunderprozentiger. Er nimmt seine Aufgabe ernst. Damit niemand verschläft, beginnt er etwa gegen 2 Uhr in der Nacht zu krähen. Dann kräht er die ganze Nacht hindurch und auch den ganzen Tag.

Und ich kann nicht mehr schlafen.

Ich werde ihn heute suchen und mit ihm reden. Ganz in Ruhe. Mit ihm über seine Ziele sprechen und über sein Verständnis davon, was seine Aufgabe ist. Im gemeinsamen Gespräch arbeiten wir heraus, dass er keine Angst haben muss, seinen Job zu verlieren, wenn er erst kräht, sobald die Sonne aufgeht. Sagen wir, frühestens so gegen 7 Uhr? Dass er langfristig den Kürzeren zieht, wenn er vor lauter Pflichterfüllung die Familie vernachlässigt. Dass es vielleicht auch eine gute Idee sein könnte, mit seinen Frauen spontan einen längeren Urlaub zu machen. Das würde auch die partnerschaftlichen Beziehungen neu beleben.

Natürlich müssen da zunächst Ängste abgebaut werden. Sicherlich müssen wir auch an seinem Rollenverständnis als Hahn arbeiten, aber ich bin optimistisch. Und sollte alle Intervention nicht fruchten, werden wir gemeinsam an neuen beruflichen Pespektiven für ihn arbeiten. Beispielsweise sehe ich ausgezeichnete Chancen, kurzfristig als Grill-Hähnchen unterzukommen oder sich auch langfristig als Tiefkühl-Hähnchen eine neue Existenz aufzubauen.

Hauptsache, ich kann schlafen.

Passend der wunderbare kleine Film „Cock A Doodle Dog“ von Tex Avery:

 

Korrekturzeichen

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Tilgungszeichen, erstmal üben ... (c) Judith Theuerkauf

Gerade liegt die Korrekturfahne meines Manuskriptes für den UTB-Verlag
auf meinem Schreibtisch. Ich muss Text und Satz nun prüfen und korrigieren.

Normalerweise – da bin ich ganz ehrlich –  schmiere ich Korrekturen einfach rechts, links, unten und oben in meine Texte hinein. Das sieht zwar chaotisch aus, aber da es sich um meine Korrekturen in meinen Texte handelt, verstehe ich meist, was ich gemeint habe.

Soll jedoch jemand anderes – beispielsweise der Setzer oder die Setzerin im Verlag –  aus meinen Korrekturen schlau werden, eignet sich dieses Vorgehen nicht.

Dann verwende ich so genannte Korrekturzeichen. Das ist ein System von Zeichen, die im Text und am Textrand Fehler im Text und meine Änderungswünsche kennzeichnen. Allerdings handelt es sich hierbei im Allgemeinen um kleinere Änderungen und Korrekturen, die die Rechtschreibung oder die Zeichensetzung betreffen. Für umfangreiche Textänderungen und -ergänzungen eignen sich die Korrekturzeichen nicht.

In Deutschland gibt es bekanntlich für alles eine DIN; für Korrekturzeichen ist es die DIN 16511. Wer die DIN gerade nicht zur Hand hat, findet gute Übersichten über häufig verwendete Korrekturzeichen mit Beispielen hier oder hier.

Ich mach mich dann mal an die Arbeit. Damit mein Buch bald erscheint.
Im Juni.

 

Schneller schreiben?

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(c) zettberlin / photocase.com

TeilnehmerInnen meiner Workshops äußern häufig den Wunsch, ihre Texte schneller schreiben zu können.

Zuerst die schlechte Nachricht: Ein guter Text braucht seine Zeit. Er entwickelt sich über mehrere Überarbeitungsschleifen hinweg.

Die gute Nachricht: Sie können die Geschwindigkeit erhöhen, mit der Sie den Text eingeben. mehr »

The Writress‘ Blog (4)

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Sind meine Texte leicht lesbar?

Antwort darauf soll die so genannte Flesch-Formel geben: Mit dieser Formel kann der Lesbarkeitsindex von Texten errechnet werden. In die Berechnung fließen die durchschnittliche Silbenanzahl pro Wort und die durchschnittliche Satzlänge ein. Ist der Wert hoch, sind die Texte leicht lesbar, ist er niedrig, dann nicht.

Habe also die Lesbarkeit meiner Texte getestet: einmal einen Ausschnitt aus meinem Blog und dann einen Absatz aus meiner Diss.

Und hier sind die Ergebnisse:

  • mein Blog: 67; das entspricht einem leicht lesbaren Werbetext
  • meine Diss: minus  7; das entspricht einer super schwer verständlichen wissenschaftlichen Abhandlung.

Muss man der Flesch-Formel glauben? Eine – etwas polemische, aber unterhaltsame – kritische Betrachtung findet sich hier.

Und wollen wir wirklich nur noch kurze Einsilber-Sätze à la Bild-Zeitung lesen?

Ich: nicht!

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