Die Macht der Worte

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Vor vielen Jahren belegte ich einen Fernkurs in der Hamburger „Schule des Schreibens“. Begleitend zu einer meiner Hausaufgaben schrieb ich der Studienleiterin, mein größter Wunsch sei, irgendwann mit Schreiben mein Geld verdienen zu können. Ihre Antwort war so wenig aufbauend, dass ich den Kurs abbrach.

Heute lebe ich vom Schreiben: als Schreibtrainerin und Text-Coach. Das sind Berufe, die es damals noch nicht gab. Und so sei der  Studienleiterin verziehen, denn sie konnte nicht ahnen, wie sich der Schreib-Markt entwickeln würde.

Seit kurzem aber kann sie es besser wissen, denn in Die Macht der Worte. Schreiben als Beruf stellen die Verfasser Michael Firnkes (www.blogprofis.de/) und Susanne Diehm (www.schreiberlebnis.de/) in 20 Interviews neue Schreibberufe vor.

Mit dabei bin auch ich in dem Kapitel: Wissenschaftliche Schreibberatung und -training. Mit Theorie und Stil zur Macht der Worte.

Darüber freue ich mich und bin sogar geehrt, denn ich befinde mich in dem Buch in guter Gesellschaft: Dr. Katrin Girgensohn und Ulrike Scheuermann, zwei „Schreibdidaktik-Promis“, wurden ebenfalls interviewt. In weiteren Interviews erfahren die LeserInnen Wissenswertes über Schreib-Yoga, Schreibpädagogik, Schreibtherapie, das Verfassen von Online-Ratgebern u.v.m..

Aus dem Klappentext:

Das Buch ist eine Orientierungshilfe für das weite Feld der Schreibberufe – für Einsteiger, die wissen wollen, welche Art des Schreibens zu ihen passt und wie sie ihr Hobby zum Beruf machen können. Gleichzeitig ist es ein Nachschlagewerk für den „Schreibprofi“, der seine Kenntnisse über Kreatives Schreiben auffrischen will und neue Betätigungsfelder sucht.

Diehm, Susanne; Firnkes, Michael: Die Macht der Worte. Schreiben als Beruf. mitp, 2013.

Word kann mehr …

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Hahner, Markus; Scheide, Wolfgang; Wilke-Thissen, Elisabeth: Wissenschaftliche[s] Arbeiten mit Word 2010. Köln: O’Reilly, 2011
330 S., mit Begleit-CD. € 19,90 

Meine Rezension zu diesem Buch bei amazon.de:

Layout und Inhalt eines wissenschaftlichen Textes bilden eine Einheit: Beispielsweise werden wissenschaftliche Texte optisch in Abschnitte, Absätze oder Aufzählungen gegliedert. Kapitel erhalten nummerierte Überschriften, Abbildungen werden beschriftet, Verzeichnisse erleichtern die Navigation durch die Arbeit. So werden komplexe Inhalte übersichtlich und inhaltliche Zusammenhänge und Querverbindungen optisch verdeutlicht.
Wer eine wissenschaftliche Arbeit schreibt, sollte daher die Textverarbeitung mit Word mehr als nur oberflächlich beherrschen. mehr »

Keine Strategie ohne Handwerkzeug …

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Mein Kommentar zu dem Artikel „Publizieren mit Strategie und Plan“ von Ute Zauft in der „Zeit Online“ vom 8.2.2012 sowie dem Leser-Kommentar von Dr. Christian Brösamle:

„Den meisten fehlen jedoch elementare Kompetenzen (…).“

Dem kann ich mich nur anschließen. Als Schreibtrainerin und Text-Coach arbeite ich häufig mit Promovenden, deren eingereichte Paper abgelehnt wurden. Zu Recht – das sage ich hier ganz offen: Die abgelehnten Beiträge sind häufig unsystematisch strukturiert, Beschreibungen des Kontextes und Forschungshintergrundes fehlen, die Zielsetzung, Hypothese oder Fragestellung wird nicht genannt oder erschließt sich nur implizit nach mehrmaligem Lesen usw.

Hinzu kommen seltsame Formulierungen und komplizierte Satzkonstruktionen, von denen die jungen Autoren und Autorinnen glauben (oder hoffen?), sie seien wissenschaftlich.
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Qualitätssicherung durch Schreibzentren

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Mein Kommentar zu dem Artikel „Hilfe, meine Hausarbeit!“ von Stefan Kesselhut in der „Zeit Online“ vom 5.1.2012:

Schreibzentren helfen nicht nur den Studierenden dabei, ihre Abschlussarbeiten zu schreiben.

Nein, sie leisten noch mehr:

Schreibzentren entlasten auch den so genannten Mittelbau, also die wissenschaftlichen MitarbeiterInnen, die mit der Betreuung der studentischen Arbeiten zeitlich teilweise überfordert sind. Studierende erhalten daher oft nicht die Unterstüzung, die sie brauchen, um gute Arbeiten zu verfassen. mehr »

Thema verfehlt?

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Mein Kommentar zu dem Artikel „Generisches Maskulinum zwingt Studentenmagazin in die Knie“ von Meike Fries  in der „Zeit Online“ vom 31.8.2011:

In vielen Kommentaren hier und möglicherweise in der Diskussion insgesamt um das ‚Gendern‘ der deutschen Sprache mischen sich zwei verschiedene Paar Schuhe: geht es um eine geschlechtsneutrale oder um eine geschlechterdifferenzierende Sprache?

Eine geschlechtsneutrale Sprache kann m.E. nur langweilen und schreit nach Formalismen, die vermutlich niemand wirklich lesen möchte.

Geht es hingegen um eine geschlechterdifferenzierende Sprache, dann ist die deutsche Sprache so reich an Möglichkeiten, sich präzise, differenziert und differenzierend und dabei gleichzeitig kreativ auszudrücken und niemanden auszugrenzen – auch die Männer nicht.

Von Menschen, die mit Sprache arbeiten – also Journalisten und Journalistinnen oder auch dem Redaktionsteam des beschriebenen „Studentenmagazins“, würde ich erwarten, dass sie in der Lage sind, geeignete, elegante, humorvolle und immer lesbare Wege zu finden, ihre Texte zu ‚gendern‘. Der Umgang mit Sprache ist neben der Vermittlung von Inhalten Teil des Jobs.

Ich persönlich möchte, so lange in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik Frauen nachwievor sich vorwiegend in den zweiten und dritten Reihen tummeln dürfen und dabei im Schnitt immer noch weniger verdienen als die Männer, nicht mehr „mitgemeint“ sein.

„Schreiben in technischen Berufen“ – Auf der Suche nach dem verborgenen Schatz

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Weissgerber, Monika: Schreiben in technischen Berufen: Der Ratgeber für Ingenieure und Techniker: Berichte, Dokumentationen, Präsentationen, Fachartikel, Schulungsunterlagen. Erlangen: Publicis 2010

Auf knapp 360 Seiten will die Autorin „Hilfe leisten: bei typischen Schreibfehlern, bei typischen Problemen während der Erstellung eines druckreifen Berichts und bei den bekannten Stolpersteinen, wenn es darum geht, technische Zusammenhänge verständlich zu formulieren.“ (Vorwort, S. 5)

Dr. Monika Weissgerber hat Germanistik, Theologie und Romanische Sprachwissenschaft studiert sowie eine Ausbildung zur Datenverarbeitungs-Fachjournalistin absolviert. Berufserfahrungen hat sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin (Forschungsschwerpunkt „Elektronische Sprachforschung“), als Lektorin für Deutsche Sprache und Literatur, als Dozentin für Erwachsenenbildung sowie als Fachjournalistin und Technische Redakteurin. Seit 1998 ist sie Professorin im Studienschwerpunkt „Technische Redaktion“ an der Hochschule Aalen. [Quelle http://www.schreiben-in-technischen-berufen.de/Main/Autorin]

Zum Inhalt

Im ersten Teil des Buches arbeitet die Autorin ausgehend von einer  „Fehler-Hitparade“, den häufigsten Fehlern, die Ingenieure und Informatiker in ihren Texten machen, diese Fehler ab. Hierbei handelt es sich vorwiegend um grammatikalische Probleme und Fragen zur Rechtschreibung, beispielsweise: Wann schreibt man das , dass oder daß? Oder wann Sie und wann sie? Welche Adjektive werden getrennt und welche zusammen geschrieben?  Erörtert werden auch die wichtigsten Komma- und Grammatikregeln wie die Verwendung des Genitivs oder Imperativs.

Im zweiten Teil des Buches geht die Autorin auf verschiedene Stilfragen ein, wie die Verwendung eines angemessenen Stils an Stelle der Alltagssprache, Genderfragen, die Vermeidung eines pseudofachlichen Stils oder der Frage nach der Notwendigkeit von englischen Fachbegriffen gegenüber von überflüssigen Anglizismen.

Am Ende des Buches erläutert die Autorin in einem Glossar wichtige Grammatikbegriffe; ein Stichwortverzeichnis bietet außerdem den gezielten Zugriff auf einzelne Themen.

Ein Kapitel des Buches widmet sie außerdem dem „Arbeiten mit Microsoft Word 2007“.

Was hat mir gefallen, was nicht? mehr »

Verschlepptes Problem

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Mein Kommentar zu dem Artikel „Trübe Quellen“ von Martin Spiewak in der „Zeit Online“ vom 6.7.2011:

„Doch wie sieht ein korrektes Zitat aus? Wann wird aus einer zulässigen Übernahme eine unzulässige Kopie?“
und
„den Leser nicht durch Weglassen von Quellenangaben zu täuschen, sondern diese Nachweise irreführend einzusetzen. Dabei verändert ein Autor Texte kosmetisch. Ebenso beliebt ist es, Fußnoten zu setzen, ohne dabei deutlich zu machen, wie viel man dem fremden Text wirklich schuldet“

Beide Zitate weisen auf typische Fragen bzw. Probleme, die Studierende bereits im 2. Semester stellen oder haben, unabhängig vom studierten Fach.
Leider erhalten die Studierenden an deutschen Universitäten bislang durch die Professoren und Professorinnen wenig kompetente Unterstützung darin, wie sie ein für alle Male die korrekte Quellenarbeit lernen, zu der das formal korrekte Zitieren fremder Quellen ebenso gehört wie auch die Verwendung zitierfähiger Quellen jenseits von Wikipedia und Co.

So verschleppt sich das Problem des schlampigen Zitierens entlang des Studienverlaufs und irgendwann werden Plagiate daraus.

Ich bin freiberufliche Schreibtrainerin. Finanziert über eher schlecht bezahlte Lehraufträge vermittle ich den Studierenden einer Berliner Hochschule die notwendigen Fähigkeiten, die sie brauchen, um wissenschaftliche Texte zu verfassen.
An der Hochschule sind über 25.000 Studierende eingeschrieben. Von denen erreiche ich jährlich etwa 120. Für den ‚Rest‘ reichen weder die finanziellen Mittel noch die personellen Kapazitäten.

Das Plagiatsproblem ist hausgemacht

 

Wenn schon Muttersprachler …

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Mein Kommentar zu dem Artikel „Die Angst vor dem leeren Blatt“ von Birgit Heitfeld in der Online-Ausgabe des „Tagesspiegel“ vom 5.9.2010:

… unter Blockaden beim Schreiben komplexer Textformen leiden, wie mag es dann erst den ausländischen Studierenden an Berliner Universitäten ergehen?

Nicht gut, wie ich aus meiner Arbeit als Trainerin für fachliches Schreiben weiß: Aus Angst, sich den Notenschnitt mit der Abschlussarbeit aufgrund von Schwierigkeiten mit der deutschen Schriftsprache zu verderben, schieben viele internationale Studierende diese Arbeit vor sich her. Obwohl internationale Studierende an Berliner Universitäten gern gesehen und hochschulpolitisch gewollt sind, gibt es nicht genügend unterstützende Angebote zum wissenschaftlichen Schreiben in der Fremd- und Fachsprache Deutsch.

Es mangelt auf Leitungs- bzw. Entscheidungsebene möglicherweise an Einsicht in die Problematik dieser Gruppe und Geld gibt es in Berlin sowieso keins. Die durchaus sinnvollen Angebote, die Sie in Ihrem Artikel beschreiben, helfen den Betroffenen leider auch kaum weiter, zumal sie vermutlich aus eigener Tasche bezahlt werden müssen. Und die Taschen der ausländischen Studierenden sind eher leer.

Vielleicht widmen Sie dem Thema ‚Schreiben in der Fremdsprache Deutsch‘ ja auch einmal einen Artikel?

Plagiatssoftware in Zukunft in den Personalabteilungen?

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Mein Kommentar zu dem Artikel „Guttenberg verhöhnt das Leistungsprinzip“ von Meike Fries in der „Zeit Online“ vom 21.2.2011:

Vielen Dank! Sie sprechen mir mit Ihrem Artikel aus der Seele. Ich gebe selbst Kurse für wissenschaftliches und fachliches Schreiben an einer Berliner Universität und ‚predige‘ förmlich Semester für Semester den Studierenden, dass gewissenhaftes wissenschaftliches Arbeiten für sie selbstverständlich sein sollte und – wie Sie in dem Artikel richtig feststellen – selber denken und schreiben auch einfach mehr Spaß macht.

Im Gegensatz zu Klausuren oder mündlichen Prüfungen, die jeder mal ‚versemmeln‘ kann, zeigt eine Abschlussarbeit neben der fachlichen Kompetenz eben auch die Fähigkeit des Verfassers bzw. der Verfasserin, über einen längeren Zeitraum kontinuierlich und gewissenhaft zu arbeiten, in Stresszeiten nicht ‚einzuknicken‘ und trotz widriger Umstände durchzuhalten. Die Abschlussarbeit ist somit Visitenkarte für die eigene Leistungsfähigkeit und Eintrittskarte in das Berufsleben zugleich.

Wenn das Beispiel Guttenbergs Schule macht, sind Mitarbeiter in Personalabteilungen, Mitglieder in Berufungskommissionen oder Lektoren in Verlagen in Zukunft gut beraten, mit Hilfe von Plagiatssoftware die Abschlussarbeiten – egal ob Bachelor-, Master- oder Doktorarbeit – der Bewerber und Bewerberinnen auf ihre Eigenständigkeit hin zu überprüfen. Auf das Urteil der Betreuer und Betreuerinnen dieser Arbeiten allein sollten sie sich besser nicht mehr verlassen …

Kein Geld für ein Textlabor an der TU Berlin

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Mein Kommentar zu dem Artikel „Schreiben kann man lernen“ von Hermann Horstkotte in der „Zeit Online“ vom 14.7.2010:

„Ausgerechnet die führenden Technischen Universitäten, die TU 9, haben aber auf Nachfrage sogleich ein Gesamtverzeichnis ihrer Angebote zur Hand. Alle sind dabei.“

Die TU Berlin ist nicht mehr dabei, zumindest nicht mehr mit einem Textlabor. Das Textlabor der TU Berlin wurde bis zum 31.12.2009 gefördert, zu einem großen Teil mit Hilfe von Drittmitteln. Die Nachfrage besonders der Ingenieurstudierenden nach den Angeboten des Textlabors war groß. Dabei ging es ihnen nicht nur darum, ihre Bachelor- oder Masterarbeiten zu bewältigen, sondern Schreiben fürs Leben zu lernen. Im Berufsleben gehört Schreibkompetenz für IngenieurInnen heute zum ‚Must-Have‘. Projektanträge, Businesspläne oder Fachartikel schreiben sich eben nicht von selbst.
Eine Anschlussförderung des Textlabors aber war und ist aufgrund des Haushaltsdefizites nicht möglich und nicht in Sicht. Nach Aussage des Präsidenten der TU Berlin ist das Textlabor der TU Berlin eben nur ein ‚Nice-to-Have‘, für das das Geld nicht reicht…

Wer sich über die (ehemaligen! Ergänzung der Autorin am 2.3.2011) Arbeiten und Angebote des Textlabors informieren möchte: www.textlabor.tu-berlin.de

Auf dieser Website gibt es auch kostenlos den sehr umfangreichen Leitfaden ‚AssisThesis‘ für Betreuer und Betreuerinnen wissenschaftlicher Arbeiten sowie einen Leitfaden für Studierende zu den Anforderungen an wissenschaftliche Arbeiten.

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