The writress’ blog (3)

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Letzte Nacht träumte ich, ich habe vergessen meine Beine zu rasieren. Ich blickte – im Traum – an mir herunter und sah grässliche schwarze Borsten sprießen, wo eigentlich makellos glatte Haut schimmern sollte. Meine behaarten Beine waren mir so peinlich, dass ich mich nicht aus dem Haus traute.

Um es mit Judith Holofernes (allerdings in einem komplett anderen, aber immer wieder lesenswerten Zusammenhang) zu sagen: „Ich glaub, es hackt“.

Habe ich denn keine anderen Sorgen?

Da wäre beispielsweise das Buch für den UTB-Verlag, an dem ich aktuell sitze: Gerade überarbeite ich das Roh-Manuskript. Da müssen nicht nur ein paar zarte Härchen gezupft werden, sondern Äste geschnitten, ein paar Bäume versetzt und ein paar neu gepflanzt werden, bis ich da einen hübschen kleinen mitteleuropäischen Nutzwald habe …

Oder meine Diss: leider sehe ich dort, wie man so schön sagt, den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Da muss noch großflächig gerodet werden vor lauter Wildwuchs. Nichts gegen einen geheimnisvollen Bruchwald oder einen undurchdringlichen Urwald, aber eine Diss ist nun mal kein Naturschutzgebiet.

Und dann wartet da noch der ganz normale Tagesbetrieb als freiberufliche Schreibtrainerin auf mich: das Wintersemester steht vor der Tür und muss vorbereitet werden, zwei unerwartete Aufträge (Hurra!) erledige ich sozusagen nebenher, Buchführung, Blog schreiben und so weiter.

Ich leide also unter Multipler Schreibprojektitis. Erfahrene Schreibberaterinnen wissen: Für diese Krankheit ist mein Traum symptomatisch. In diesem Traum habe ich unbewusst einen Nebenschauplatz eröffnet, um mich von den eigentlichen Krankeitssymptomen abzulenken, da diese zu schmerzhaft sind.

Die eigentliche Symptome sind: Angst zu versagen, plötzliche und unkontrollierbare Tiefschlafphasen während langweiliger Routinearbeiten, chronische Ideenlosigkeit, Müdigkeit, Erschöpfung, Schlaflosigkeit gepaart mit nächtlichen Grübeleien, soziale Vereinsamung, Perfektionismus und gerade neu gekaufte Druckerpatronen, die spontan bei erster Verwendung eintrocknen.

Wie wunderbar ist im Vergleich dazu ein Problem, das sich mit einem simplen Lady Shaver beheben lässt!

 

La lingua d’amore (2011)

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Ich und Du drei Meter über dem Himmel (c) elch_und_kunst / photocase.com

La lingua d’amore è difficile:
Non conosco i sostantivi per sognarti.
Non conosco i verbi per baciarti.
Non conosco la grammatica per toccarti.
Li voglio studiare tutti.

Però la scuola di lingua è chiusa. Cosa fare?
All’insegnante solitario piace la spiaggia sul mare.

Ma sono io che sento il dolore …
L’amore
d’una donna è fragile!
Ho provato a suonare
la chitarra con le mani legate: impossibile!

 

La foto ha fatto elch_und_kunst e la ho trovato a photocase. Come sempre.

Akrosticha

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Is it ok to write on walls? (c) svennesvensson / photocase.com

Invasion

Impertinente
Nashornherden,
Vandalierende
Ameisenheere,
Schwärmende Krähenscharen,
Irre gewordene Elefantenkühe:
Oh, oh! Trampeln alles
Nieder!

Ozean

Ohne Fernglas
Zu sehen zwar:
Ein Schiff
Am Horizont. Trotzdem
Noch weit weg.

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Sie haben die Wahl: Textlabor oder Textlabor?

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In dem Kurs Textlabor – Schreiben in den Ingenieurwissenschaften lernen Sie, allein und in Gruppen ingenieurwissenschaftliche Texte (z.B. proposal, Bachelor- und Masterarbeit, scientific papers, Anleitungen) zu schreiben. Themen im Kurs sind u.a.: Themenfindung und Zieldefinition, Zitierkonventionen, effektives Schreiben am PC, Gliederung der Arbeit, Fachstil und angemessene Formulierungen, Schreibmethoden und -strategien.

Ihre Voraussetzungen sind: gute deutsche Sprachkenntnisse, ingenieurwissenschaftliche Fachkenntnisse (Grundlagen), Bereitschaft zu aktiver Mitarbeit.

Für diesen Kurs erhalten Sie bei regelmäßiger Teilnahme und Abgabe einer prüfungsäquivalenten Leistung 6 ECTS-Punkte.

Kurzinfo:

  • Zielgruppe: ausländische Studierende der TU Berlin (deutsche Studierende sind willkommen!)
  • Zeit: semesterbegleitend
  • Kosten: 48,00 € für den gesamten Kurs, Unterrichtsmaterial ist inklusive
  • Anmeldung: unbedingt notwendig, Beginn der online-Anmeldungen am 17.10.2011 um 10 Uhr* und bitte nur hier (auf der Seite ganz bis nach unten scrollen)
  • Veranstalter: Zentraleinrichtung Moderne Sprachen der TU Berlin

Aufgrund der großen Nachfrage in den letzten Semestern gibt es seit dem Sommersemester 2011 zwei Kurse!

Info Kurs 039

  • Zeit: Di, 16 – 20 Uhr
  • Beginn: 25.10.2011
  • Ort: HBS 2.06

Info Kurs 040

  • Zeit: Mi, 14 – 18 Uhr
  • Beginn: 26.10.2011
  • Ort: HBS 2.12

Wichtig! Beeilen Sie sich mit der Anmeldung. Erfahrungsgemäß sind die Kurse innerhalb von 30 Minuten komplett ausgebucht. Sie müssen also schnell sein!

Thema verfehlt?

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Mein Kommentar zu dem Artikel „Generisches Maskulinum zwingt Studentenmagazin in die Knie“ von Meike Fries  in der „Zeit Online“ vom 31.8.2011:

In vielen Kommentaren hier und möglicherweise in der Diskussion insgesamt um das ‚Gendern‘ der deutschen Sprache mischen sich zwei verschiedene Paar Schuhe: geht es um eine geschlechtsneutrale oder um eine geschlechterdifferenzierende Sprache?

Eine geschlechtsneutrale Sprache kann m.E. nur langweilen und schreit nach Formalismen, die vermutlich niemand wirklich lesen möchte.

Geht es hingegen um eine geschlechterdifferenzierende Sprache, dann ist die deutsche Sprache so reich an Möglichkeiten, sich präzise, differenziert und differenzierend und dabei gleichzeitig kreativ auszudrücken und niemanden auszugrenzen – auch die Männer nicht.

Von Menschen, die mit Sprache arbeiten – also Journalisten und Journalistinnen oder auch dem Redaktionsteam des beschriebenen „Studentenmagazins“, würde ich erwarten, dass sie in der Lage sind, geeignete, elegante, humorvolle und immer lesbare Wege zu finden, ihre Texte zu ‚gendern‘. Der Umgang mit Sprache ist neben der Vermittlung von Inhalten Teil des Jobs.

Ich persönlich möchte, so lange in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik Frauen nachwievor sich vorwiegend in den zweiten und dritten Reihen tummeln dürfen und dabei im Schnitt immer noch weniger verdienen als die Männer, nicht mehr „mitgemeint“ sein.

Hier ist es still

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"lonely" von table / photocase.com

hier ist es still.

ist es meditative ruhe oder die vor dem sturm?
bergmann’s schweigen
oder das der lämmer?
das schweigen im wald, in den niemand hineinruft
und aus dem auch nichts schallt?
ist es der stille ozean, das tote meer
oder ein stilles wasser?

wann ist ein schweigen beredt?
und ist der, der nichts sagt, nichtssagend?

wenn alle die klappe halten, wer behält dann das letzte wort?

 

Das Bild ‚lonely‘ stammt von table, wie immer gefunden bei www.photocase.com.

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