„Schreiben in technischen Berufen“ – Auf der Suche nach dem verborgenen Schatz

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Weissgerber, Monika: Schreiben in technischen Berufen: Der Ratgeber für Ingenieure und Techniker: Berichte, Dokumentationen, Präsentationen, Fachartikel, Schulungsunterlagen. Erlangen: Publicis 2010

Auf knapp 360 Seiten will die Autorin „Hilfe leisten: bei typischen Schreibfehlern, bei typischen Problemen während der Erstellung eines druckreifen Berichts und bei den bekannten Stolpersteinen, wenn es darum geht, technische Zusammenhänge verständlich zu formulieren.“ (Vorwort, S. 5)

Dr. Monika Weissgerber hat Germanistik, Theologie und Romanische Sprachwissenschaft studiert sowie eine Ausbildung zur Datenverarbeitungs-Fachjournalistin absolviert. Berufserfahrungen hat sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin (Forschungsschwerpunkt „Elektronische Sprachforschung“), als Lektorin für Deutsche Sprache und Literatur, als Dozentin für Erwachsenenbildung sowie als Fachjournalistin und Technische Redakteurin. Seit 1998 ist sie Professorin im Studienschwerpunkt „Technische Redaktion“ an der Hochschule Aalen. [Quelle http://www.schreiben-in-technischen-berufen.de/Main/Autorin]

Zum Inhalt

Im ersten Teil des Buches arbeitet die Autorin ausgehend von einer  „Fehler-Hitparade“, den häufigsten Fehlern, die Ingenieure und Informatiker in ihren Texten machen, diese Fehler ab. Hierbei handelt es sich vorwiegend um grammatikalische Probleme und Fragen zur Rechtschreibung, beispielsweise: Wann schreibt man das , dass oder daß? Oder wann Sie und wann sie? Welche Adjektive werden getrennt und welche zusammen geschrieben?  Erörtert werden auch die wichtigsten Komma- und Grammatikregeln wie die Verwendung des Genitivs oder Imperativs.

Im zweiten Teil des Buches geht die Autorin auf verschiedene Stilfragen ein, wie die Verwendung eines angemessenen Stils an Stelle der Alltagssprache, Genderfragen, die Vermeidung eines pseudofachlichen Stils oder der Frage nach der Notwendigkeit von englischen Fachbegriffen gegenüber von überflüssigen Anglizismen.

Am Ende des Buches erläutert die Autorin in einem Glossar wichtige Grammatikbegriffe; ein Stichwortverzeichnis bietet außerdem den gezielten Zugriff auf einzelne Themen.

Ein Kapitel des Buches widmet sie außerdem dem „Arbeiten mit Microsoft Word 2007“.

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Verschlepptes Problem

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Mein Kommentar zu dem Artikel „Trübe Quellen“ von Martin Spiewak in der „Zeit Online“ vom 6.7.2011:

„Doch wie sieht ein korrektes Zitat aus? Wann wird aus einer zulässigen Übernahme eine unzulässige Kopie?“
und
„den Leser nicht durch Weglassen von Quellenangaben zu täuschen, sondern diese Nachweise irreführend einzusetzen. Dabei verändert ein Autor Texte kosmetisch. Ebenso beliebt ist es, Fußnoten zu setzen, ohne dabei deutlich zu machen, wie viel man dem fremden Text wirklich schuldet“

Beide Zitate weisen auf typische Fragen bzw. Probleme, die Studierende bereits im 2. Semester stellen oder haben, unabhängig vom studierten Fach.
Leider erhalten die Studierenden an deutschen Universitäten bislang durch die Professoren und Professorinnen wenig kompetente Unterstützung darin, wie sie ein für alle Male die korrekte Quellenarbeit lernen, zu der das formal korrekte Zitieren fremder Quellen ebenso gehört wie auch die Verwendung zitierfähiger Quellen jenseits von Wikipedia und Co.

So verschleppt sich das Problem des schlampigen Zitierens entlang des Studienverlaufs und irgendwann werden Plagiate daraus.

Ich bin freiberufliche Schreibtrainerin. Finanziert über eher schlecht bezahlte Lehraufträge vermittle ich den Studierenden einer Berliner Hochschule die notwendigen Fähigkeiten, die sie brauchen, um wissenschaftliche Texte zu verfassen.
An der Hochschule sind über 25.000 Studierende eingeschrieben. Von denen erreiche ich jährlich etwa 120. Für den ‚Rest‘ reichen weder die finanziellen Mittel noch die personellen Kapazitäten.

Das Plagiatsproblem ist hausgemacht

 

Textistenzia im Sommer 2011

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Summertime and the living is easy… langweilig wird es dennoch nicht:

  • Für die geplante Publikationsreihe des Verkehrswesenseminars der TU Berlin – der Fahrradbeauftragte des Berliner Senats, Arvid Krenz, ist dort übrigens Wissenschaftlicher Mitarbeiter – habe ich gemeinsam mit den HerausgeberInnen einen Autorenleitfaden erarbeitet. Dieser liegt gerade zur Korrektur auf meinem Schreibtisch. Die Zusammenarbeit hat mir sehr großen Spaß gemacht und wir können uns nun auf die zukünftigen Publikationen freuen!
  • Mitte Juli endet dann auch schon wieder die Vorlesungszeit; bis dahin laufen noch ganz regulär meine LehrveranstaltungenTextlabor“ und „Wissenschaftliches Arbeiten für Studierende des Bachelorstudienganges Kultur und Technik – Berufsorientierung„.
    Ende Juli  erwartet mich ein Schwung Prüfungsaufgaben und ich werde mit deren Bewertung eine Weile beschäftigt sein.
  • Parallel arbeite ich an meiner Diss und hoffe, dass ich sie im August weitgehend fertig bekomme. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt …
  • Vom 31. August bis zum 2. September bin ich mit meinem Workshop „Der Schreibprozess“  zu Gast in Bremen, bei der 3. Ingenieurinnen-Sommeruni.
    Auf Bremen freue ich mich besonders, denn als Kind habe ich einige Jahre in der Nähe von Bremen gewohnt und war seitdem nicht mehr dort. Ich vermute, dass sich in den letzten 40 Jahren einiges verändert haben wird und bin gespannt, ob ich überhaupt noch irgendetwas wieder erkenne. Besonders freue ich mich auf das Übersee-Museum.
  • Den September widme ich dann voll und ganz der Überarbeitung meiner Rohversion für das geplante Buch im UTB-Verlag.
  • Und schließlich wird am 1. September Textistenzia 1 Jahr alt!
    Wie schnell die Zeit vergeht. Meinen Entschluss, mich selbständig zu machen, habe ich keine Minute bereut!

Ich wünsche Ihnen allen einen schönen Sommer!

Viel Spaß beim Lesen! Viel Spaß beim Schreiben!

 

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