Christinas Jahresrückblick

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Neues Jahr – Neues Glück (c) MMchen / photocase.com

Nur noch wenige Tage bleiben dem Jahr 2010, bis es nahtlos in das Jahr 2011 übergeht. Jahresrückblicke mehren sich: im Fernsehen, in den Zeitungen, in Zeitschriften. Ich mag Jahresrückblicke nicht, das von Staats wegen verordnete kollektive Erinnertwerden an gesellschaftliche Highlight und Events des vergangen Jahres, die ich teilweise schon nicht mitbekommen habe, während sie passierten. Aber mein Fernsehapparat hat ja einen Ausknopf, die Zeitung muss ich nicht lesen. Ich kann, wenn ich will jahresrückblickslos in das neue Jahr gehen und das werde ich auch tun. Jawoll!

Aber so einfach ist das nicht. … Nowhere to hide – es gibt kein Entrinnen. Der Jahresrückblick hat nämlich Einzug in die gesellschaftliche Keimzelle gehalten, die Familie, aus der Werbung auch als ‚kleines, erfolgreiches Familienunternehmen‘ bekannt, geleitet von patenten Familienmanagerinnen, die sich längst selbstbewusst vom Grauschleier-Image der Nur-Hausfrau befreit haben und nun adrett und gutgelaunt ihre mulitlateralen Familienbeziehungen wuppen, dass es nur so eine Freude ist. Und ganz wie im richtigen Business auch liefern die Multi-Tasking-Talente alljährlich ihren Rechenschaftsbericht ab, nur nicht gegenüber dem Vorstand – das sind sie ja in Personalunion selbst – sondern gegenüber Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern.

Also mir.
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Textistenzia wünscht: Frohe Weihnachten!

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Allen Lesern und Leserinnen meines Blogs wünsche ich ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in das Jahr 2011!

Für alle, die die Feiertage nicht vollständig verplant haben – immer wieder schön als Buch oder als Film: „Eine Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens … Hier die Version von Henry Edwards: „Scrooge“ (1935) in voller Länge!

Viel Spaß beim Zuschauen!

„Muss ich die Quelle angeben?“ – Zitieren in ingenieurwissenschaftlichen Texten

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Zitate spiegeln Wissen: nicht nur aus Büchern (c) zettberlin / photocase.com

In meinen Seminaren mit Ingenieurstudierenden begegne ich immer wieder Irrtümern und Fehlannahmen rund um das Thema Zitieren, so zum Beispiel, dass nur wortwörtlich übernommene Textstellen Zitate seien, wobei die Betonung auf „wortwörtlich“ und auf „Textstellen“ liegt. Nur so kann ich die folgende Aussage eines Ingenieurstudenten einordnen: „Zitieren ist ja Teil der Literaturarbeit und gehört in die Geisteswissenschaften, Ingenieure müssen nicht zitieren“.

Das ist natürlich falsch. Richtig ist: Die Literaturarbeit ist eine Methode der Literaturwissenschaften, Quellenarbeit ist jedoch Bestandteil jeder Wissenschaft, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung, Gewichtung und mit unterschiedlichen Funktionen. Auch ist der Quellenbegriff ein unterschiedlicher.

In den Geisteswissenschaften hat das Zitieren die Funktion den Weg der Erkenntnisgewinnung nachzuzeichnen. Zitieren bedeutet hier vor allem, wissenschaftliche Positionen aus Aufsätzen oder Büchern mit eigenen Worten zusammenzufassen und denen aus anderen Aufsätzen vergleichend und interpretierend gegenüberzustellen und darüber zu einer eigenen Position zu gelangen.

Zitieren im ingenieurwissenschaftlichen Schreibprozess dagegen hat weniger die Funktion, die persönliche Erkenntnisgewinnung des Schreibers, der Schreiberin darzustellen. Vielmehr geht es in ingenieurwissenschaftlichen Texten um die nachvollziehbare Darstellung von aus Experimenten oder Recherchen gewonnenen faktischen Ergebnissen. Selbst so genannte Literaturarbeiten sind in den Ingenieurwissenschaften häufig ‚nur’ eine Zusammenstellung von Informationen zu bestimmten Fragestellungen. Literatur wird weniger interpretiert als vielmehr auf ihren Informationsgehalt hin ausgewertet und zusammengestellt.

Entsprechend werden nur äußerst selten Positionen oder Argumentationslinien aus Aufsätzen herausgearbeitet, mit eigenen Worten zusammengefasst und anderen Positionen gegenübergestellt. Auch wenn sich das Berufsfeld der Ingenieure geändert hat, bleibt die vergleichende Textanalyse als Wissenschaftsmethode tatsächlich die Domäne der Geisteswissenschaften.

In technischen und ingenieurwissenschaftlichen Arbeiten dagegen werden Informationen aus Quellen Dritter immer dann herangezogen, wenn der Verfasser bzw. die Verfasserin diese nicht selbst erheben konnte oder wollte. Das korrekte Belegen und Archivieren der verwendeten Quellen ist damit Teil der Dokumentation und gehört zur Ingenieurarbeit. mehr »

Schreiben macht sexy!

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Glauben vermutlich die Herren Cops in der skandalträchtigen Verhörszene aus Paul Verhoevens „Basic Instinct“ (1992), als sie die Schriftstellerin Catherine Tramell (Sharon Stone) wegen eines Mordfalls verhören.

Die langweilige Wahrheit ist: Schreiben macht vergesslich, besonders wenn die Schreiberin gerade im Flow ist.

Der Begriff Flow ist u.a. auf den Psychologen Mihaly Csikszentmihalyi zurückzuführen und bezeichnet einen Zustand des Einsseins mit dem eigenen Schaffen. Mancher Schreiber, manche Schreiberin erlebt den Flow-Zustand als eine Art Schreibrausch, in dem die Worte scheinbar mühelos direkt vom Hirn durch die Hand auf das Papier fließen.
In diesem Zustand paart sich höchste Konzentration auf das eigenen Handeln mit dem wunderbaren Gefühl von Mühelosigkeit. Menschen im Flow-Zustand erleben Zeit und Raum anders und nehmen auch sich selbst anders wahr.

Und da kann es schon vorkommen, dass man die berühmte Brille auf der eigenen Nase übersieht oder den Schlüssel von außen in der Wohnungstür stecken lässt – wie es mir häufiger passiert – um ihn dann innerhalb der Wohnung stundenlang zu suchen.
Oder die Flow-Schreiberin zieht sich nicht mehr vollständig an, wie Frau Tramell, die in der Eile ihre Unterwäsche vergessen hat anzuziehen. Was soll’s, an Kleid und Mantel hat sie ja gedacht und die Frisur ist auch top …

Textistenzia im Dezember

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Der Dezember wird abgesehen von den Feiertagen und diversen Geburtstagen ein ruhiger Monat:

  • Am 17. Dezember biete ich kurz vor den Weihnachtsferien aufgrund der großen Nachfrage erneut den Workshop „Der Schreibprozess – Die wissenschaftliche Abschlussarbeit effektiv und effizient schreiben!“ an. Noch sind Plätze frei … Anmeldungen sind bis zum 6.12. möglich!
  • Meinen Beitrag zum „richtigen“ Zitieren und den Bericht aus meiner Praxis als Text-Coach hatte ich schon für den November angekündigt. Die Beiträge sind fast fertig und erscheinen im Lauf des Dezembers.
  • Ansonsten werde ich mich – trotz der Fest-Vorbereitungen – vor allem meinem eigenen Text widmen, sprich: meiner Dissertation. Da ist der mentale Knoten endlich geplatzt und ich komme gut voran.

Ich wünsche Ihnen eine besinnliche Adventszeit!

Viel Spaß beim Lesen! Viel Spaß beim Schreiben!

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