Charismatische Schreiborte

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Immer nur zuhause am Schreibtisch sitzen ist langweilig? Finde ich auch. In Abständen berichte ich über schöne, interessante, ruhige oder auch lebendige und vor allem inspirierende Orte in Berlin und Umgebung, die mein Schreiben positiv beeinflussen. Die Auswahl ist natürlich rein subjektiv.

Nachmachen empfohlen! Vielleicht treffen wir uns ja mal unterwegs.

Und natürlich freue ich mich über Tipps und Anregungen, besonders auch für die kalte Jahreszeit. Wo lässt es sich in Berlin (und anderswo) gut schreiben?

Schreiben macht irre

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Das zumindest könnten unbedarfte Mitmenschen über Sie denken, wenn ihnen die Entwurfsfassung Ihres derzeitigen Schreibprojektes zu früh in die Hände fällt. Auch Shelley alias Wendy in dem folgenden Filmausschnitt hat so ihre Zweifel am Verstand ihres Ehemannes …

(Aus: Stanley Kubrick: Shining, 1980, nach dem Roman von Stephen King: Shining, 1977)

Überlegen Sie daher gut, wann Sie ihr Schreibprojekt aus der Hand geben.

Ein Schreibprojekt durchläuft mehrere Phasen: Ihre ersten Ideen halten Sie als Stichworte oder Skizzen fest; aus verschiedenen Zwischenfassungen (auch Rohversionen genannt) bildet sich nach und nach über mehrere Überarbeitungsschleifen hinweg die Endversion heraus. Der Endversion sieht man diesen oft langwierigen Entstehungsprozess nicht mehr an.

Irgendwann jedoch (und den Zeitpunkt bestimmen Sie allein!) sollten Sie Feedback zu Ihrem Text einholen. Man selbst ist mittlerweile textblind und erkennt das Offensichtliche nicht mehr, egal ob es sich um Rechtschreibfehler handelt, Brüche in der Logik, unvollständige Informationen oder stilistische Mängel. Und Feedback kann Ihnen eigentlich jeder geben: die Freundin, der Kollege oder die professionelle Schreibtrainerin …

Fragen Sie dann aber nicht wie Jack in dem Filmausschnitt: „How do you like it?“. Sondern konkretisieren Sie lieber von vornherein Ihr Anliegen an Ihre TestleserIn. Brauchen Sie Feedback zur Grammatik, zum Stil, zur Verständlichkeit? Dann bekommen Sie am ehesten die Anregungen, die Ihnen bei der weiteren Überarbeitung Ihres Textes helfen.

Verbannung

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Es war perfekt. Er verglich sein Spiegelbild mit dem Foto. Es zeigte einen Jungen auf einer Bergwiese, im Hintergrund schneebedeckte Berggipfel. Der Junge trug eine kurze Lederhose mit zwei Reißverschlüssen, dazu Strümpfe mit Rombenmuster und ein weißes T-Shirt, auf dem Kopf einen Hut, einen Tornister auf dem Rücken und im Gesicht ein zahnlückiges Grinsen.

... der Blick fürs Detail machte den Profi aus ... (c) max-dhom / photocase.com

Zufrieden betrachtete er im Spiegel den nachwachsenden Zahn in der Zahnlücke. Ja, der Blick fürs Detail machte den Profi aus, und er war ein Profi. Er hatte sich bestens vorbereitet, alle für den Job relevanten Informationen waren in seinen Modulen gespeichert. Die Erde auszulöschen war Routinearbeit. Der Z563R war in Sekunden verglüht. Dummerweise hatte er beim Eingeben der Zieldaten geschlampt. Z563R und Erde zu verwechseln, war eigentlich unverzeihlich.

Aber die MACHT gab ihm eine Chance. Ich weiß zuviel, dachte er und grinste. Die MACHT kann nicht auf mich verzichten.

Er griff den Tornister und verließ die Bahnhofstoilette, in der er gelandet war. Seine Beine liefen von selbst, Schulweg und Unterrichtsbeginn waren in ihnen gespeichert.

„Wenn das Signal ertönt, nimmst Du aus der Seitentasche des Tornisters das Eliminierungsunit“, lautete sein Befehl. Dann die richtige Kombination eingeben und Puff! Danach würde er zu seinem Basisplaneten heimkehren und dort seine ursprüngliche Gestalt zurückbekommen. mehr »

Fragen, nichts als Fragen und noch mehr Antworten …

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Studiversion Download? Klick aufs Bild!

Zielgerade in Sicht: Ihr wollt Eure Abschlussarbeit schreiben, Thema und BetreuerIn habt ihr, und jetzt kann es eigentlich losgehen …

Doch plötzlich tauchen da, scheinbar aus dem Nichts, Wolken am Horizont auf in Form von Fragen, die ihr euch bislang nicht gestellt habt, z.B. „Wohin gehört das Abbildungsverzeichnis?“ „Wie zitiere ich richtig?“ „Darf ich ‚Ich’ in der Abschlussarbeit schreiben?“ „Wie strukturiere ich meine Arbeit?“ „Wie muss das Literaturverzeichnis aussehen?“ „Was ist wissenschaftlicher Schreibstil?“

Wenn ihr eure Betreuer oder Kommilitonen fragt oder im Buchladen einen Ratgeber zum wissenschaftlichen Schreiben kauft, stellt ihr vielleicht fest: Es gibt auf diese und ähnliche Fragen verschiedene, zum Teil ungenaue oder teilweise sogar widersprüchliche Antworten.

In dem Leitfaden AssisThesis (‚Studi‘-Version), den ihr hier kostenlos herunterladen könnt, findet ihr zahlreiche Hinweise zu den Anforderungen an wissenschaftliche Arbeiten.

mehr »

Über das Textlabor*

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Aleksandr Vassiljev, Student der Werkstoffwissenschaften, Estland über das Seminar :

Nach dem Seminarabschluss habe ich folgende neue Fähigkeiten erworben bzw. verbessert:

  • Das Ziel des Textes genauer konkretisieren
  • Schreibprozess in gezielten Zeitrahmen begrenzen
  • Kompliziert geschriebene Texte besser verstehen
  • Exposé und Gliederung strukturiert verfassen
  • Neue Arbeitsmethoden wie „Blitzlicht“, „Free-Writing“, „Überfall-Technik“ kennen gelernt
  • Eine fachliche Kritik schreiben können
  • An einer Gruppenarbeit teilnehmen und effektiver lernen
  • Mit Leuten aus verschiedenen Ländern in der deutschen Sprache zu kommunizieren

Ich bedanke mich bei Frau J. Theuerkauf für bis in die kleinsten Details durchgearbeiteten Schreibkurs

* Textlabor – Schreiben in den Ingenieurwissenschaften ist der Name der Lehrveranstaltung, die ich jedes Semester vor allem für ausländische Studierende (deutsche Studierende sind willkommen) an der ZEMS der TU Berlin anbiete.

Leidenschaft

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Qing Zhang, Studentin des Bauingenieurwesens (genau Wasserwesen: Hydrologie und Siedlungswasserwirtschaft) China:

Ihre Leidenschaft für die Arbeit hat mich sehr berührt

Gedankenspirale

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Gedankenspirale © john krempl / photocase.com

hätte ich, was wäre dann?
wenn.
ach, hätt ich nur, dann wäre ich.
oder nicht.
ich hätte auch, oder eben doch.
noch
wäre eine chance. wenn ich
oder er oder sie oder die
ganzen anderen.
oder doch nur ich?
von vorn: man muss das im zusammenhang betrachten.
hättest du, dann ich nicht, sondern vielmehr.
woraufhin er.

wäre ich doch nur.
dann wäre ich.
.
.
.

Das Gedicht entstand zu dem Foto ‚Gedankenspirale‘ von John Krempl . Mehr Fotos von John Krempl gibt es bei www.photocase.de.

Ein schöner Erfolg!

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Piotr Cupryjak, Studiengang Verkehrswesen (genau: Planung und Betrieb im Verkehrswesen) aus Polen über den Kurs „Textlabor – Schreiben in den Ingenieurwissenschaften“:

Ich bedanke mich noch einmal für den interessanten und inhaltlich sehr guten Kurs.
Teil des Kurses – Zeitmanagement – habe ich zwar nicht so gut beherrscht, aber die anderen Teile waren sehr hilfreich für meine Studienarbeit und diese habe ich mit Erfolg angewendet. Als Bestätigung nenne ich meine Note für Studienarbeit: 1,3.

Textistenzia im September

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Geplante Aktivitäten:

  • Ab dem 13. September starten bei der ZEMS der TU Berlin mehrere Intensivkurse. Einen der Kurse werde ich übernehmen und die ERASMUS-Studierenden fit für ihren Studienaufenthalt in Berlin machen. Ich freue mich schon darauf!
  • Meine Dissertation befindet sich auf der Zielgeraden. Es ist zwar noch einiges zu tun, aber ich bleibe dran und werde in meinem Blog berichten.
  • Apropos Blog: natürlich gibt es weitere Beiträge, z.B. über ‚Charismatische Schreiborte‘, noch mehr Schreibtipps und Einblicke in die Werkzeugkiste.

Viel Spaß beim Lesen, viel Spaß beim Schreiben!

Schreiben macht sauer …

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… und das ist nicht lustig: Mancher Schreiber, manche Schreiberin braucht einfach absolute Ruhe zum Arbeiten. Leider zeigen dafür nicht alle Mitmenschen Verständnis. Hier sollten Sie ruhig aber bestimmt Grenzen setzen, wie Jack Nicholson in dem folgenden Filmausschnitt anschaulich demonstriert (zugegeben: an der Wortwahl könnte man noch arbeiten):

Aus: Stanley Kubrick: Shining, 1980, nach dem Roman von Stephen King: Shining, 1977

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